Sellerrechner Logo

Handmade-Preise berechnen

Ein Handmade-Preis sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch deine Zeit, dein Material und deine Nebenkosten realistisch abbilden.

Der häufigste Fehler bei Handmade-Produkten

Viele rechnen nur Material plus einen kleinen Aufschlag. Dadurch fehlt oft genau der Teil, der später entscheidet, ob dein Produkt wirtschaftlich ist: deine Arbeitszeit.

Besonders bei aufwendigen Produkten wie Schmuck, Keramik oder Textilien kann die Arbeitszeit den größten Kostenblock ausmachen — weit vor dem Material.

Woraus ein sinnvoller Handmade-Preis besteht

Ein wirtschaftlich tragfähiger Preis setzt sich aus fünf Bausteinen zusammen:

  • Materialkosten: Alle Rohstoffe und Zubehörteile, die ins Produkt fließen
  • Verpackung und Versand: Karton, Füllmaterial, Porto, Etiketten
  • Arbeitszeit: Herstellung, Qualitätskontrolle, Fotos, Listing, Versandvorbereitung
  • Gebührenpuffer: Plattformgebühren, Zahlungsdienstleister, Retourenquote
  • Gewinnaufschlag: Der Teil, der tatsächlich bei dir bleibt

Beispielkalkulation: Handgemachte Kerze

Sojakerze im Glas — Online-Verkauf

  • Wachs, Docht, Duftöl: 4,50 €
  • Glas, Deckel, Etikett: 2,80 €
  • Verpackung: 1,50 €
  • Arbeitszeit (20 Min. × 18 €/Std.): 6,00 €
  • Gebührenpuffer (12 %): auf Gesamtpreis
  • Gewinnaufschlag (15 %): dein Verdienst

Kostenpreis: 14,80 € → mit Gebühren und Gewinn: ca. 19,50 €

Ein Preis unter 15 € wäre hier nicht kostendeckend. Trotzdem setzen viele Seller 12–14 € an, weil sie die Arbeitszeit nicht einrechnen.

Warum der Marktpreis nicht alles ist

Konkurrenzpreise können ein Anhaltspunkt sein, aber nicht die einzige Grundlage. Es ist besser, weniger zu verkaufen und profitabel zu sein, als viel zu verkaufen und kaum etwas zu verdienen.

Wenn dein kalkulierter Preis deutlich über dem Marktpreis liegt, hast du drei Möglichkeiten:

  • Produktionszeit reduzieren (effizientere Abläufe, Vorproduktion in Chargen)
  • Günstigere Materialien testen (ohne Qualitätsverlust)
  • Das Produkt höherwertig positionieren (bessere Fotos, Branding, Storytelling)

Typische Fehler bei der Preiskalkulation

  • ×Arbeitszeit ignorieren: Dein Stundenlohn sinkt auf 3–5 €
  • ×Versandkosten quersubventionieren: Kostenloser Versand nur, wenn im Preis enthalten
  • ×Keinen Puffer einplanen: Retouren und Preiserhöhungen fressen den Gewinn
  • ×Zu selten nachkalkulieren: Materialkosten steigen — dein Preis sollte mitwachsen

Passende Rechner